Mit echtem Blues-Feeling

Jürgen Haberer on 05.02.2011:

Mit echtem Blues-Feeling

Der »Blues Caravan« stellte in der Offenburger Reithalle wieder drei »Mädchen mit Gitarren« vor

Thomas Rufs »Blues Caravan« präsentiert sich 2011 mit jugendlichem Charme und einem deutlich kompakteren Format. Der französische Schlagzeuger Denis Palatin ist der sprichwörtliche Hahn im Korb, alles andere besorgen die »Girls with Guitars« in diesem Jahr selbst.

05.02.2011 - Offenburg. Vor zwei Jahren war die heute 25-jährige Britin Dani Wilde noch das Küken im Tross der Karawane. 2011, beim mittlerweile fünften Gastspiel der »Blues Caravan« in Offenburg, ist sie bereits der alte Hase im Kontext eines mit jugendlichem Charme agierenden Trios In die Saiten der Bassgitarre greift die 24-jährige Cassie Taylor, der neue Star der Truppe ist aber die gerade einmal 21-jährige Samantha Fish aus Kansas City.
Thomas Ruf ist seinem Ideal einer weiblich besetzten Bluesband damit ein ganzes Stück nähergekommen. Die aktuelle Formation präsentiert sich als kompakt aufgestellte Truppe, die den gut zweistündigen Auftritt mit einer Pause in einem Aufwasch durchzieht. Das Format wirkt dadurch deutlich stabiler als in den ersten Jahren, in denen die weiblichen Akteure nacheinander je einen gut 30-minütigen Block mit der Begleitband absolvierten und erst am Ende des Konzertes gemeinsam auf der Bühne standen.
2011 tragen sie die Show gemeinsam, spielen sich in kleinen, zumeist auf zwei, drei Songs beschränkte Schwerpunkte die Bälle zu. Dani Wilde und Samantha Fish schenken sich dabei wenig. Die Britin ist zuständig für die rauen, erdigen Töne, mit Blick auf die Wurzeln des Blues.
Großartige Stimme
Bei Samantha Fish geht die Post ab. Das blonde Nachwuchstalent aus Missouri glänzt wie Dani Wilde mit einer vorzüglichen Gitarrenarbeit, vor allem aber mit einer großartigen Stimme, die längst nicht nur eingefleischte Bluesfans in den Bann zieht. Während Wilde auch mit ihrem Gesang die klassischen Muster des Genres bedient, schwingen bei ihr Soul, Funk und Rockelemente mit, obwohl auch sie immer wieder tief in den Blues eintaucht.

Cassie Taylor hat den beiden zumindest in Offenburg wenig entgegenzusetzen, obwohl die Tochter des Bluesmusikers Otis Taylor auch auf dem aktuellen Album von Gary Moore zu hören ist. Ihre Bühnenpräsenz wirkt über weite Strecken lustlos und wenig inspiriert, es sind gerade einmal vier, fünf Songs, die sie im Verlaufe des Abends beisteuert.
Nicht einmal ansatzweise entwickelt sie dabei den Zug, mit dem die beiden anderen in ihr jeweiliges Songmaterial einsteigen. Wilde und Fish packen den Stier bei den Hörnern, überzeugen mit sehr viel Authentizität und Spielfreude.
Einer der wenigen Schwachpunkte des Abends liegt allerdings gerade in der starken Fokussierung auf die eigenen Songs. Es fehlen die Klassiker, bei denen jeder mitgehen kann, die einfach zu einer echten Bluesnacht dazugehören. Steve Millers »Jet Airliner« und »Bitch« von den »Rolling Stones« sind einfach zu wenig, zumal beide Songs eher die Rockfans im Publikum mitreißen.
Ganz ähnlich auch der Einstieg in die erste Zugabe, die das Trio mit »Highway To Hell« eröffnet. Trotzdem bricht hier noch einmal echtes Bluesfeeling durch, bevor die drei Damen nur von einer akustischen Gitarre (Dani Wilde) begleitet als finales Juwel eine fragile Interpretation von »With A Little Help From My Friends« anstimmen.

Link: www.baden-online.de

Aktuelle Alben

Girls With Guitars 2011

Das neue Album zum Blues Caravan Projekt wurde veröffentlicht von RUF RECORDS (Ruf 1166)

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